Blackbird (Matthias Brandt)

Inhaltsangabe / Zusammenfassung

Black Bird von Matthias Brandt geht darauf ein, wie die Jugend selbst wahrgenommen wird. Der Hauptdarsteller ist 16 Jahre alt. Die Handlung spielt in den 70er Jahren der Bundesrepublik. Mehrere biographische Schlüsselereignisse haben zur Folge, dass das Leben von Morten Schumacher aus den Fugen gerät.

Das Leben ist eigentlich ganz normal. Nach der Schule trifft sich Morten Schumacher, genannt Motte, regelmäßig mit seinem gleichaltrigen Freund Bogi. Es wird ein bisschen Alkohol getrunken und Zigaretten geraucht. Sein bester Freund ist allerdings schon länger nicht mehr dabei. Die Erkrankung an Leukämie schränkt die Freizeitgestaltung erheblich ein. Einen wesentlichen Anteil verbringt Motte im Krankenhaus und steht ihm treu zur Seite. Die eigenen Eltern üben in solch schwierigen Zeiten eine Funktion aus, die nur wenig unterstützen kann. Nach vielen Jahren der Ehe und glücklichen Kindheit wollen Mutter und Vater nicht mehr zueinander finden. Es scheint, als ob sich die Scheidung kaum noch umgehen lässt und das biografische Schlüsselereignis unweigerlich bevorsteht. Motte bekommt davon aber wenig mit. Er interessiert sich nur für sein eigenes Leben und distanziert sich immer mehr, weil der Konflikt zu Hause allgegenwärtig ist.

Wie für sein Alter typisch, bemerkt Motte, dass sich sein Körper verändert. Als
Jacqueline Schmiedebach eines Tages mit ihrem Hollandrad an ihm vorbeifährt, ist er nicht mehr zu halten. Sie hat ihm vollständig den Verstand geraubt und nimmt nun einen zentralen Bezugspunkt der Handlung ein. Wenn sich Motte selbst versunken mit der Umwelt auseinandersetzt, wird Jacqueline Schmiedebach immer wieder zum Thema gemacht. Mit Freunden spricht man eigentlich nicht über sowas. Um sich ihr zu nähren, ist er aber auf die Unterstützung angewiesen. Endlich mit der Sprache rauszurücken, entspricht dem Konflikt, der sich nicht so leicht bewältigen lässt. Motte hält es nicht mehr aus und holt sich doch den gut gemeinten Rat ein.

Plötzlich scheint die große Liebe aber nicht mehr von Bedeutung zu sein und könnte sich schon bald nur noch auf eine ferne Erinnerung beziehen. Die Eltern platzen buchstäblich in die Handlung herein und nehmen doch wieder eine wichtige Rolle ein. Mit der Scheidung steht der Wohnungswechsel an. Motto soll mitziehen, was ihm überhaupt nicht gefällt. Am meisten wird im wohl Bogi fehlen und die Freizeit nach der Schule. Der Handlungsmacht über sein Leben beraubt, verhält sich Motte wieder eher, wie ein Kind und fällt im Alter scheinbar ein ganzen Stück zurück. Die Gefühle spielen verrückt. Er weiß nicht, ob er lieber lachen oder weinen soll. Völlig durcheinander geraten, gibt es niemanden mehr, an den er sich so richtig wenden kann.

In Mottes Leben gibt es keinen richtigen Halt mehr. Ihm ist die Struktur verlorengegangen. Völlig zerrissen, hofft er, dass sich doch noch alles zum Guten wenden wird. Seine Hoffnung erfüllt sich allerdings nicht. Nur ein Dreivierteljahr nach seiner Diagnose, stirbt sein bester Freund letztendlich doch an Leukämie. Motte droht innerlich zu zerplatzen und versinkt endgültig im Gefühlschaos. Er scheint nun, ganz allein auf der Welt zu sein. Es steht niemand mehr zur Verfügung, an den er sich wirklich wenden kann. Auch Jacqueline Schmiedebach, die anfänglich noch zugewandt war, weist ihn immer mehr ab, weil Motte so durcheinander wirkt und scheinbar nicht ganz alle beisammen hat. Selbst stellt er sich immer wieder die Frage, ob er nun wirklich verrückt wird.

Die Schule wird darüber immer mehr zum Problem. Motte hat den Kopf voll mit anderen Dingen und kann sich einfach nicht mehr so richtig konzentrieren. Im Unterricht eckt er dann auch wirklich an und musss einmal mehr, das Klassenzimmer verlassen. Zudem scheint sein Sportlehrer, ein echter Nazi zu sein. Wer möchte denn schon mit so jemanden reden? Motte jedenfalls nicht! Am Ende der Handlung angekommen, ist Bogi wieder da.

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