Ich weiß, heute Nacht werde ich träumen (Steven Herrick)

Ich weiß, heute Nacht werde ich träumen” von Steven Herrick wurde im Jahr 2019 mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet. Das 2018 erschienene Werk umfast 240 Seiten und wird für Leserinnen und Leser ab 13 Jahren empfohlen.

Inhalt
Der Roman spielt zu Anfang der 1960er Jahre. Hier geht es um einen Vater mit zwei Söhnen. Die Mutter ist gestorben. Der Vater arbeitet sehr schwer, trotzdem ist immer nur sehr wenig Geld da. Sind auch die Jungen tagsüber auf sich allein gestellt. So sind diese weder gekämmt oder gewaschen, ihre Kleidung ist schmutzig. Einmal pro Woche sorgt die Tante Alice für alles Nötigste. Es sind somit schwierige Verhältnisse, könnte hier der Leser meinen.

Aber hier wird eine andere Geschichte vermittelt. Vignettenartig reiht hierbei Harry, der älteste Sohn und zugleich auch der Ich-Erzähler, Erlebnisse und die Eindrücke seiner Jugend aneinander. So geben auch die gebrochenen Zeilen jenen Rhythmus für das Vielfältige vor, für das, was das Leben der beiden Jungen ausmacht. Dies ist vor allem die Fürsorge füreinander und auch die Liebe ihres Vaters, welcher den Heranwachsenden etwas zutraut, auch wenn diesen Unsinn machen, die Raufereien und Streiche, die Freundschaften, die Verluste, die Träume und auch die Hoffnungen.
Es ist ein Roman, der ermutigt und den Leser auch nicht verzweifeln lässt – trotz der schwierigen Umstände. Es ist ein Buch, welches mitwächst und junge sowie auch erwachsene Leser sehr berührt.

So gelingt dies durch die poetische und auch feinsinnige Sprache, welche für die Schönheit des Lebens mit den Zielen empfänglich macht. So entfaltet sich die Ästhetik des Textes auch in der meisterhaften Übersetzung von Michael Gutzschhahn.
Der australische Autor Steven Herrick schreibt in einer Versform über das Leben der beiden Jungen, welche nach dem frühen Tod ihrer Mutter gemeinsam mit ihrem Vater in einer kleinen Stadt in Australien aufwachsen. Der Erzähler ist hierbei Harry, welcher ein Jahr älter ist als der Bruder Keith.
Die gewählte Ausdrucksform ist geeignet, um mit der notwendigen Sensibilität und auch die Lebenssituation zu zeigen.

Der Autor Steven Herrick konzentriert sich hierbei sehr auf die Schilderung der Lebenssituationen in der Stadt und zeigt auch die äußeren Bedingungen und Emotionen in grandioser Deutlichkeit. Der Leser taucht hier in die Welt der beiden Jungen ein.
Harry trauert hierbei nicht nur um die Mutter, sondern auch um die geliebte Schulfreundin Linda, welche in den Fluten ertrank. Auch der Vater ist von seiner Trauer so gefangen, dass er die Jungen tolerant und auch frei aufwachsen lässt.
Geschrieben ist dieser Roman in Versen, und so ist der Text recht flüssig und leicht zu lesen. Der Autor lässt hierin Überflüssiges weg und konzentriert auf das Wesentliche.


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