Blackbird (Matthias Brandt)

Autorenvorstellung Matthias Brandt

Matthias Brandt wurde am 7. Oktober 1961 in West-Berlin geboren. Er ist der jüngste Sohn des SPD-Politikers und früheren Bundeskanzlers Willy Brand und dessen zweiter Ehefrau, der norwegisch-deutschen Autorin Rut Brandt. Seine Brüder, der Historiker Peter Brandt und der Schriftsteller und Filmemacher Lars Brandt wurden 1948 bzw. 1951 geboren. Matthias Brandt hat außerdem noch eine Halbschwester, Ninja Frahm aus Willy Brandts erster Ehe mit Carlota Thorkildsen. Den Namen Brandt führt die Familie offiziell erst seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Willy Brandt wurde in Lübeck als Herbert Ernst Karl Frahm geboren. Als die NSDAP an die Macht kam, musste er aus politischen Gründen nach Norwegen ins Exil gehen. Dort nahm er den Namen Willy Brandt an, den er auch nach seiner Rückkehr nach Deutschland beibehielt.

Die Kind- und Jugendzeit

Über seine Kindheit in dem prominenten Haushalt äußerte sich Matthias Brandt gegenüber dem Brigitte-Magazin folgendermaßen:

„Die Kindheit, das war aber auch eine große Freiheit. Was auch damit zu tun hat, dass meine Eltern mit anderen Dingen beschäftigt waren.“

In seinem ersten Roman „Raumpatrouille“, der 2016 erschien, berichtet er von seiner Beziehung zu seinem Vater und seiner Mutter. Das Verhältnis zu seinem Vater war nicht so eng wie das zu seiner Mutter. In einem Interview mit “Spiegel Online” sagte er über seinen Vater:

„Er war so, wie er war und, wie alle Hochbegabten, ein spezieller und schwieriger Mensch.“

Er berichtet in dem Buch außerdem von

Wachleuten und Fahrer, denen man Streiche spielen

konnte. Er berichtet, dass er in den 1970er Jahren als Teenager Fußballprofi werden wollte:

„Die besseren Fußballer haben immer die hübschen Mädchen abgekriegt und ich war, glaube ich, auch so enttäuscht, dass ich selber so ein unbegabter Fußballer war. Ich habe aber irgendwann festgestellt, dass es mehr hübsche Mädchen als gute Fußballer gibt.“

Er erinnert sich, dass seine Personenschützer jeden Tag stundenlang mit ihm Fußball spielen mussten.
Eine weitere Erinnerung in seinem Buch gilt einem Nachbarn, namens Heinrich Lübke, der einmal Bundespräsident war.

„Letzteren besuchte der kleine Matthias Brandt gelegentlich und höflichkeitshalber, um mit ihm Kakao trinkend beisammen zu sitzen und zu schweigen.“

Schauspielschule in Hannover

Nach dem Abitur mit 20 Jahren bewarb sich Matthias Brandt für eine Ausbildung an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover. Er studierte in seinem Zimmer Rollen für die Aufnahmeprüfung. Er sagte:

„Ich bin alleine mit meinem hellblauen Käfer da hingefahren, und zu meiner großen Verwunderung, kam ich da immer weiter bei dieser Prüfung, und es endete damit, dass ich dann da stand, und die saften Ja.“

Von den Anfängen am Theater zum Filmschauspieler

1985 bekam Matthias Brand sein erstes Engagement am Oldenburgischen Staatstheater. Dann spielte er an Theatern in Wiesbaden, München und in der Schweiz. Im Jahr 2000 stand er erstmals vor einer Fernsehkamera. Drei Jahre später gelang ihm sein Durchbruch mit dem ARD-Zweiteiler „Im Schatten der Macht“. Matthias Brand spielte darin den DDR-Spion Günter Guillaume, der von 1972 bis 1974 der persönliche Referent von Matthias Brands Vater Willy Brand zu dessen Zeit als Bundeskanzler war und diesen mit der Spionageaffäre zu Fall brachte.
Nach diesem ersten Erfolg als Schauspieler war Matthias Brandt in den unterschiedlichsten Rollen zu sehen, u. a. als Ex-Mann und Liebhaber im Kammerspiel „Toulouse“ oder humorvoll im „Tatortreiniger“. Vielen Fernsehzuschauer ist er als Kommissar Hanns von Meuffels aus „Polizeiruf 110“ bekannt.
Zuletzt spielte er u. a. in „Das Geheimnis des Totenwaldes“. Darin spielte er den Hamburger LKA-Chef Thomas Bethge, dessen Schwester verschwand. Rund 30 Jahre danach klärte er immer noch auf der Suche nach seiner Schwester eine Mordserie in der Lüneburger Heide auf. In dem Film „Sörensen hat Angst“, in dem Bjarne Mädels Regie führte, spielte Brand einen heruntergekommenen Alkoholiker.

Sprecher von Hörbüchern

Seiner markanten Stimme hat es Matthias Brandt zu verdanken, dass er häufig als Sprecher von Hörbüchern verpflichtet wurde, darunter für den Roman „Halbschatten“ des Schriftstellers Uwe Timm und 2011 für das biografische Werk „Robert Enke. Ein allzu kurzes Leben“ von Ronald Reng.

Auszeichnungen von Matthias Brandt

Matthias Brandts Vater, Willy Brandt, wurde 1971 mit dem Friedensnobelpreis, zahlreichen Verdienstorden europäischer Nachbarländern, einigen Ehrendoktorwürden und 1970 mit der Auszeichnung „Person des Jahres“ vom Time-Magazin gewürdigt. Auch sein Sohn Matthias Brandt erhielt in seinem 40-jährigen Leben als Schauspieler jede Menge Auszeichnungen:

2006: Bayerischer Fernsehpreis als bester Schauspieler im Bereich Fernsehspiel für „In Sachen Kaminski“. 2007: Adolf-Grimme-Preis für „Arnies Welt“.
2008: Deutscher Kritikerpreis für „Die Frau am Ende der Straße“,
2008: Goldene Kamera als Bester Deutscher Schauspieler
2008: Nominierung für den Deutschen Filmpreis 2008 als Bester Hauptdarsteller für „Gegenüber“.
2009: Adolf-Grimme-Preis für „Die zweite Frau“
2010: Deutscher Hörbuchpreis für Ake Edwardsons „Der Himmel auf Erden“
2011: Bambi für Polizeiruf 110
2011: Sonderpreis beim Fernsehfilm-Festival Baden-Baden für Polizeiruf 110
2012: Bayerischer Fernsehpreis als bester Schauspieler für Polizeiruf 110 (Denn sie wissen nicht, was sie tun)
2012: Nominierung für den Deutschen Fernsehpreis 2012 als Bester Schauspieler für Polizeiruf 110 (Denn sie wissen nicht, was sie tun)
2013: Deutscher Fernsehpreis als Bester Schauspieler in vier Fernsehfilmen: Polizeiruf 110: Der Tod macht Engel aus uns allen, Polizeiruf 110: Fieber, Eine mörderische Entscheidung und Verratene Freunde
2014: Deutscher Hörbuchpreis für Schöne neue Welt von Aldous Huxley in der Kategorie Das besondere Hörbuch/Beste Science-Fiction
2014: Grimme-Preis für Eine mörderische Entscheidung
2014: Hessischer Fernsehpreis für seine Rolle in Männertreu
2015: Bayerischer Fernsehpreis als bester Schauspieler im Bereich Fernsehfilme, Serien und Reihen für die Hauptrolle im Film Männertreu.
2015: Hans Abich Preis beim Fernsehfilmfestival Baden-Baden
2017: „Preis für Schauspielkunst 2017“ am 31.08. auf dem 13. Festival des deutschen Films in Ludwigshafen
2018: Hessischer Film- und Kinopreis – Ehrenpreis

Matthias Brandt als Autor

Wie bereits erwähnt veröffentlichte Matthias Brandt sein erstes Buch „Raumpatrouille“ im Jahr 2016. In diesem Buch gibt es viele autobiografische Einblicke.
2019 veröffentlichte er dann sein zweites Buch „Blackbird“. Autobiografische Züge sind in diesem Buch weniger zu erkennen. Es spielt in einer namenlosen Kleinstadt und spielt im Jahr 1977. An einem Tag Mitte August erhält der Ich-Erzähler Morten Schumacher, von allen „Motte“ genannt, einen Anruf, in dem er erfährt, dass ein bester Freund Manfred, von allem „Bogi“ genannt, mit Lymphknotenkrebs im Krankenhaus ist. Das Buch begleitet Motte, der gerade 16 wird, durch die nächsten elf Monate. Motte sagt in dem Buch

„Irgendwie, fühlte sich mein ganzes Leben in letzter Zeit so an, als ob ein riesiges „Aber“ von Himmel gefallen wäre.“

Fast ein Fünftel des Buches handelt davon, wie Motte den Tag erlebt, an dem Bogi stirbt. „Blackbird“ ist ein Buch, das sehr bewegend ist, bei dem man auf einer Seite lachen und auf einer anderen weinen kann. Matthias Brandt schreibt sehr einfühlsam über das Leben eines 17-Jährigen und beschreibt auch Lehrer und Mitschüler sehr eindrucksvoll aus dieser Sicht.

Matthias Brandt privat

Über das Privatleben von Matthias Brandt ist nicht allzu viel bekannt. Er ist verheiratet und hat eine Tochter. Seine Frau heißt Sofia und seine Tochter Naima. Er und seine Familie führen kein glamouröses Leben. Sie leben in Berlin gemeinsam in einem Haus mit Garten. Der Zeitschrift Brigitte gegenüber sagte er:

„Ich habe mit grundsätzlich Gedanken dazu gemacht, bevor meine Tochter zur Welt kam. Weil ich ständig über meine Eltern definiert wurde, darauf reagieren musste, was andere mir über meine Eltern meinten mitteilen zu müssen.“

Weiterhin verriet er über sein Privatleben gegenüber „Spot on News“:

„Grundsätzlich bin ich eher ein Morgenmensch als eine Nachteule. Kulinarisch bin ich immer noch leicht zufriedenzustellen. Ich mag einfache Speise. Ich kann nicht bügeln. Aber zu Glück gibt es ja so tolle Einrichtungen, wo man die Hemden hinbringen und wieder abholen kann und alles ist gut.“

Weiterhin ist bekannt, dass er ein Fan von Werder Bremen ist. Er bekam von dem Verein sogar ein Trikot mit der Rückenaufschrift „Von Meuffels“ geschenkt.
Gewalt lehnt der Schauspieler ab und äußerte sich dazu folgendermaßen:

„Ich lehne Gewalt ab, weil ich sie unzivilisiert finde. Und halte das auch nicht für verhandelbar, obwohl Gewalt immer stärker verbreitet wird. Bei diesem Thema glaube ich nicht an Grauzonen.“

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