Herzsteine (Hanna Jansen)

Zusammenfassung

In dem Jugendbuch Herzsteine aus dem Jahr 2018 von Hanna Jansen geht es um den Teenager Sam, der 2010 mit seinen Eltern Fe und Luk von Hamburg nach Sylt zieht. Die Handlung des Buches spielt von Sommer bis Herbst auf Sylt und ein halbes Jahr später in Ruanda.

Sam lebt mit seinen Eltern in Hamburg. Da es Sams Mutter Fe nicht gut geht, zieht die Familie nach Sylt. Sie wollen dort ein Jahr bleiben und sehen, ob es Fe auf der Insel besser geht. Was mit seiner Mutter nicht stimmt, weiß Sam nicht genau. Er weiß nur, dass sie aus Ruanda stammt und 1994 nach Europa gekommen ist. Zudem bekommt er mit, dass sie nachts manchmal schreiend aufwacht.

Sam will nicht nach Sylt ziehen, da er seine Freunde und sein Leben in Hamburg nicht zurücklassen will.

Auf der Insel fühlt er sich allein und leidet unter der Spannung, die bei ihm zu Hause herrscht.

In der neuen Schule ist Sam bei den Mädchen beliebt. Er interessiert sich jedoch für die Außenseiterin Enna und verliebt sich in sie. Die beiden werden ein Paar.

Fe geht es auf Sylt nicht besser und sie zieht sich immer mehr zurück. Eines Tages ist sie für einige Stunden verschwunden. Sam und sein Vater machen sich große Sorgen. Als sie am Abend zurückkommt, erklärt sie, dass sie nach Ruanda muss.

Die Handlung wird immer wieder von einer anderen Erzählung unterbrochen. Hierin erzählt Fe von ihrer Kindheit und ihren Erlebnissen in Ruanda. So erfährt der Leser, dass Fe den Beginn des Völkermordes in Ruanda miterlebt hat. Während sie geflohen ist, hat keiner aus ihrer Familie den Genozid überlebt.

Der zweite Teil des Buches spielt ein halbes Jahr später. Sam fliegt mit seinem Vater nach Ruanda, um Fe, die dort seit sechs Monaten lebt, zu besuchen. Sam freut sich auf das Wiedersehen mit seiner Mutter. Allerdings ist dies für ihn sehr enttäuschend: Seine Mutter ist noch immer sehr distanziert und holt Sam und seinen Vater nur vom Flughafen ab und begleitet sie zum Hotel. Sie selbst wohnt weiterhin am Rande der Stadt bei einer alten Frau, die sie von früher kennt. Nach und nach lernt Sam das Leben in Afrika kennen und erfährt von dem Völkermord und was seine Mutter so beschäftigt: Sie fühlt sich schuldig, da sie fliehen konnte, aber ihre Familie zurückgelassen und somit dem Tode überlassen hat. Sie fragt sich, warum sie überlebt hat und andere nicht. Fe trennt sich von Sams Vater und entscheidet, dass sie nicht nach Deutschland zurückgehen wird. Sie will in Afrika bleiben, um eine Art Buße zu tun. Sams Vater wird nach Hamburg zurückgehen. Sam beschließt, bei Enna auf Sylt zu bleiben.

Das Buch beschäftigt sich mit verschiedenen Themen. Es geht darum, dass ein Teenager aus seiner gewohnten Umgebung gerissen wird und sich fernab von Freunden und Heimat zu Recht finden muss. Gleichzeitig muss er mit den Spannungen zu Hause und der Zurückweisung durch die Mutter klar kommen. Es geht um die Frage, wer man selbst eigentlich ist. Sowohl Fe wie auch Sam setzen sich mit dieser Frage auseinander.

Vor allem geht es aber um den Völkermord in Ruanda und welche Auswirkungen dieser auf die Überlebenden und nachfolgende Generationen hat.

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